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  • florianlimacher

(m) eine musikalische Geschichte in D


Ich bin in einem musikalischen Haushalt gross geworden. Mein Vater Markus hat viel mit uns gesungen, weshalb Musik für mich nie ein Fremdwort war. Doch ein Erlebnis in der Primarschulzeit hat meine musikalische Laufbahn noch stärker geprägt; Mutig allen voraus sang ich den Auftakt in die zweite Strophe und erntete erstaunen und strotzte zugleich vor Selbstvertrauen. Daraufhin wurde ich in den Kinderchor Stans geschickt. Nach einem halben Jahr wurde mir ein Wechsel an die Luzerner Kantorei ermöglicht.


Mit zunehmender Schularbeit am Kollegium und wechselnden Interessen beschloss ich, das Singen an der Kantorei zu beenden und stattdessen Schlagzeugunterricht zu nehmen. Nach vier Jahren wechselte ich auf die Gitarre, damit ich mich selber beim Singen begleiten kann.

Während der Zeit am Kollegium besuchte ich natürlich jedes Jahr das Wahlfach Chor und wählte als Ergänzungsfach Musik, schrieb meine ersten Songs und machte erste Band Erfahrungen. Nach der Matura organisierte ich ein Solokonzert, woraufhin mich die Stanser Musiktage für einen Auftritt anfragten. Das war mir dann doch etwas zu gross, also habe ich einen ehemaligen Schulfreund gefragt, ob er mit mir dieses Konzert spielen würde.


Dies war der Anfang einer sechs jährigen Bandgeschichte, welche uns an zig Bandcontests, auch mal in der Schüür in Luzern ein Konzert ermöglichte, und mehrere Auftritte im Senkel bescherten. Zweimal haben wir sogar auch in Emmetten gespielt! Dies nicht ohne Grund. Da mein Vater nach meinem Abschluss nach Emmetten zog, um seinem Beruf zu folgen, ermöglichte er unserer Band den Musikraum im Schulhaus als Proberaum zu nutzen (wo noch immer mein altes Schlagzeug steht).



Bandprobe mit den Schorchetten an der Schuel Emmetten



Nach dem Militärdienst musste ich mich für eine berufliche Ausrichtung entscheiden; für mich war klar, ich wollte Lehrer werden. Also schrieb ich mich an der PH Luzern ein, was ich aber nach dem ersten Semester aufgab. Ich wollte nicht noch länger die Schulbank drücken und entschloss mich, mein Leben selber in die Hand zu nehmen. Ich strebte den Schwarzen Gürtel im Kushido-Karate an, füllte meine Zeit neben dem Training mit Musik und Gartenarbeit, versuchte mich mit der Arbeit als ZIVI und später über Gewaltpräventionskurse an diversen Schulen (hauptsächlich im Raum Zürich) finanziell ab zu stützen.


Weil mir die wochenendlichen Proben für mein musikalisches Streben nicht ausreichten, gründete ich kurzerhand eine Jamsession, welche sich während zwei Jahren jeden Mittwoch im Chäslager traf. Daraus entstand ein Musikprojekt, welches wir Riverstones nennen. Keine Band im eigentlichen Sinne, sondern mehr ein Kollektiv von Musikern und Freunden.


Im Herbst 2016 nahm ich den zweiten Anlauf meiner Studienkarriere. Diesmal Soziale Arbeit, wieder in Luzern. Nach einem halben Jahr lernte ich durch eine Mitstudentin einen Bauernhof in Rheinau kennen und entschloss mich das Studium zu pausieren, um ein Jahr als Landwirtschaftspraktikant zu arbeiten. Während diesem Jahr begann ich mit dem Saxophon Spiel, konnte im Kaisersaal auf einem Flügel üben, versuchte mich an der Klarinette, schrieb neue Songs und organisierte ein Riverstones Konzert für meine Freunde und Arbeitskollegen.


Nach diesem Landwirtschaftsjahr nahm ich das Studium wieder auf und zur selben Zeit das Ausbildungspraktikum, in einer Institution für psychisch beeinträchtigte junge Erwachsene im Kanton Bern. Hier konnte ich die Verantwortung für das Musikmodul und die Lieder des Morgenkreises übernehmen. Gemeinsam organisierten wir mehrmals musikalische Events, schrieben eigene Texte oder versuchten uns am Musikvideodreh.


Als das Praktikum nach vorgegebener Zeit vorbei war, verlängerten wir den Vertrag nochmals um ein halbes Jahr. Dies leider sehr zu Ungunsten meiner Schulleistung. Als ich erkannte, dass ich meine Prioritäten anders legen musste, um dem Studienalltag gerecht werden zu können, war es für mich auch schon gelaufen. So musste ich die Schule Anfang letzten Jahres verlassen. Daraufhin ging die Pandemie los und ich war plötzlich mit dem Aufbau eines Landwirtschaftsprojekts beschäftigt.


Der Entschluss im Herbst wieder nach Stans zu ziehen brachte einige Veränderungen mit sich. Irgendwie schien sich alles zu normalisieren. Ich fand ein Zimmer in der ehemaligen Wohngemeinschaft, kümmerte mich wieder um den Garten und fand beim Gespräch über den Gartenzaun eine kleine Anstellung in Luzern zur Entlastung einer Primarschule im Zusammenhang mit einem autistischen Jungen. Dies gelang mir anscheinend so gut, dass ich vom Säli Schulhaus angefragt wurde, ob ich mit dem Beginn des neuen Jahres eine SOS Klassenassistenz übernehmen könnte. Ein Junge musste aufgrund seines Verhaltens von der Klasse separiert werden. Ohne zu zögern, habe ich zugesagt. Ein Traum schien in Erfüllung zu gehen. Meine berufliche Ausrichtung. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Nun, diese Anstellung geht mit demselben Schuljahr auch wieder zu Ende und ich bin deshalb auf der Suche nach einer Anschlusslösung. Als mir Valeria von ihren Plänen berichtete, war ich sofort begeistert von dieser Gelegenheit.


Ich bin mir bewusst, dass ich keine entsprechenden Abschlüsse vorzuweisen habe. Trotzdem möchte ich mich Bewerben und diese Chance nutzen um meine Faszination für die Welt der Musik mit der nächsten Generation zu teilen.


Ich bin mir meinen Fähigkeiten bewusst und fühle mich imstande die Verantwortung als Lehrperson zu übernehmen.


Mit herzlichen Grüssen

Florian

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